Werke von Guillaume de Machaut aus dem 14. Jahrhundert und solche von Gerald Eckert aus dem heutigen, 21. Jahrhundert, stehen bei einem Konzert am Sonntag, 8. August, um 18 Uhr in der Peter-Paul-Kirche Bad Oldesloe in spannungsreichem Kontrast zueinander. Die Zuhörer erleben einen vokalen Renaissanceklang in Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik von Chor, Flöte, Violoncello und Tonband. Das „ensemble voces berlin“ mit Kirchenmusikdirektorin Katja Kanowski aus Eckernförde bringt die „Gegendämmerung“ in Zusammenarbeit mit dem von Gerald Eckert geleiteten „Duo reflexion K“ ausdrucksvoll zur Aufführung. Eintrittskarten sind ausschließlich an der Abendkasse zu haben. Sie kosten acht Euro, für Schüler und Freunde der Kirchenmusik ermäßigt sechs Euro.
Das Konzert konfrontiert ein wegweisendes Werk der Vokalmusik des 14. Jahrhunderts – jener Epoche, die am Beginn der bis heute andauernden „Neuzeit“ steht – mit zeitgenössischer Instrumental- und elektronischer Musik. Somit treffen Anfang und bisheriges Ende „unserer“ Zeit durch die Konfrontation von „La Messe de Nostre Dame“ von Guillaume de Machaut (ca. 1300 – 1377) und der „Gegendämmerung“ von Gerald Eckert (geboren 1960) für heutige Ohren frisch und ungewohnt aufeinander. Machaut setzte mit der ersten vierstimmigen Messe überhaupt bereits Maßstäbe: Die vielleicht natürlichste Ausdrucksform, die menschliche Stimme, eingebunden in die liturgische Form, am Text orientiert, überbringt die musikalische Botschaft. Im Gegenstück von Eckert ist die Stimme auch als pure Klangfarbe wahrzunehmen, begleitet vom elektronischen Medium, dem Computer und dem Lautsprecher. Es entsteht eine Spannung zwischen der subjektiven, affektreichen Darstellung eines gegebenen Textes und der meist nicht sprachgebundenen Schichtung und Durchdringung von Klängen und Klangstrukturen. Dieser moderne Hörgenuss wurde in den letzten Monaten in Kirchen in Hamburg, Berlin, Mölln und Eckernförde von einem aufgeschlossenen Publikum begeistert gefeiert.