Bräuche rund um die kirchliche Trauung
Bräuche sind zeit- und kulturbedingt und dienen in erster Linie dazu, dem großen Fest ein Stück Sicherheit zu verleihen. Zudem haben sie sehr häufig einen hohen symbolishen Gehalt. Unsere kleine Aufzählung ist in keiner Weise allumfassend, sondern spieglt die Bräuche, die wir in unserer Kirchengemeinde pflegen oder auch neu kennenlernen.
Dieser Brauch entstammt einer Zeit, als die Frau als "Besitz des Mannes" und dann im Besonderen als Besitz des Vaters verstanden wurde. Der Bräutigam zahlte eine Mitgift und der Vater übergab seine Tochter in den Besitz ihres Mannes.
Heute spielt dieser Ursprungsgedanke keine Rolle mehr. Die Paare, die sich für diese Variante des feierlichen Einzugs entscheiden, bringen damit zum Ausdruck:
Unsere bisherigen familiären Bindungen werden dadurch reicher, dass wir nun zueinander gehören und eine neue Familie sind.
Die Alternative, dass Mann und Frau gemeinsam in die Kirche einziehen, ist auch sehr schön. Aber im typischen amerikanischen Spielfilm wird nun einmal die Braut hereingeführt.
Unsere Meinung: Eine schöne Variante und in der jüngsten Zeit immer häufiger gewählt. Wahrscheinlich bald der Standard.
So manches Brautpaar fragt: "Und wann dürfen wir uns küssen?" Natürlich kann man sich während einer kirchlichen Trauung auch einen Kuss geben, wann einem danach ist. Aber nach dem Trausegen küsst das Brautpaar sich in besonderer Weise. Es bringt damit sichtbar zum Ausdruck:
Wir besiegeln hiermit alles, was wir einander versprochen haben und was uns im Segen zugesagt wurde.
Unsere Meinung: Der Kuss gehört zu jeder Trauung selbstverständlich dazu!
Immer noch hoher Beliebtheit erfreut sich das Bewerfen des Brautpaares mit Reis. Reis symbolisiert die Fruchtbarkeit und bedeutet hier:
Möget ihr reich an Nachwuchs gesegnet sein.
Wir bitten das Brautpaar, soweit dies überhaupt möglich ist, darauf hinzuwirken, keinen Reis werfen zu lassen. In einer Zeit, da in der Welt Kinder im Sekundentakt an Unterernährung und damit verbundenen Krankheiten sterben, mag das Symbol der Verschwendung von Lebensmitteln nicht recht passen.
Die Vögel erleiden zudem Schaden, wenn sie den trocknen Reis aufpicken und dieser dann im Magen der Vögel aufquillt.
Und zu guter letzt gibt es noch einen recht pragmatischen Grund, darauf zu verzichten. Die Reiskörner rutschen der Braut sehr leicht ins Kleid. Sehr lange haben sich die beiden auf diesen für sie großen Tag gefreut und nun muss die Braut den schönsten Tag im Leben mit häßlich drückenden Reiskörnern erleben.
Deshalb unser Rat: "Finger weg!"
Ein übergroßes Herz wird auf ein Stück Stoff gemalt und dann vom Brautpaar mittels einer stumpfen Schere ausgeschnitten. Das heißt:
Möget ihr im Leben alle Hindernisse gemeinsam überwinden.
Unser Tipp: Schon sehr bekannt, aber durchaus nett!
Beim Ein- und Auszug streuen Kinder dem Brautpaar mit Blütenblättern. Dies steht für den Wunsch:
Möge euer gemeinsamer Weg wie auf Blüten gebettet sein!
Oft machen wir die Beobachtung, dass kleinere Kinder mit dieser so wichtigen aufgabe überfordert zu sein scheinen. Daher raten wir dazu, nur den Auszug streuen zu lassen. So haben die Kleinen die Möglichkeit, sich an die Situation zu gewöhnen.
Unser Tipp: Fast ein Muss für jede Trauung!
Gott begeistere Euch stets für einander und verleihe Euch Flügel, schwierige Situationen zu überwinden.
In letzter Zeit häufiger lassen Brautpaare symbolisch eine weiße Taube aufsteigen.
Unser Tipp: Ein schöner Brauch und etwas für das Auge. Nicht unbedingt nötig!
Die Gäste oder der besondere Verein, dem der Bräutigam oder die Braut angehören, stehen im Spalier und lassen das Brautpaar hindurchschreiten.
In Oldesloe warten die Gäste in der Regel zu Beginn der Trauung in der Kirche und erheben sich von den Plätzen, wenn das Brautpaar die Kirche betritt. Beim Hinausgehen erwarten die Freunde / Vereine die Brautleute im Spalier.
Die Bedeutung ist jeweils dieselbe:
Ihr seid besonders. Möge eurer gemeinsamer Weg stets flankiert sein von Menschen, die Euch beistehen.
Unser Tipp: Gehört zur Hochzeit dazu. Bitte sprechen Sie die Einzelheiten mit Ihrem Pastoren / Ihrer Pastorin jeweils ab.
Vor der Kirche haben Freunde einen Baumstamm nebst Säge aufgestellt, den das Brautpaar nach Verlassen der Kirche durchsägen muss. Die Bedeutung ist klar:
Möget ihr alle Hindernisse auf eurem gemeinsamen Weg überwinden!
Unser Tipp: Denken sie an die Konstitution der beiden. Nicht jeder ist ein geborener Holzfäller!